KILLARY FJORD

Auf einer Länge von stolzen 14 Kilometern schlängelt sich der einzige Fjord Irlands, Killary Harbour, ins Land. Vom Hotel aus wird die Gruppe zum äußersten Punkt des Fjords gefahren, mit kleiner Unterbrechung um einen Blick auf das berühmte Postkartenmotiv zu erlangen, dass die Front von Kylemore Abbey bietet.



Entlang der Küstenlinie von Killary führt dann die Route zu Fuß ins Landesinnere. Der Fjord ist zu beiden Seiten umsäumt von majestätischen, olivegrünen Berghängen, unter anderem ragt der höchste Berg Westirlands mit seinen mächtigen 800 Metern über das Wasser – einem grünen, schlafenden Riesen gleich, wie die Berge Connemaras oft umschrieben werden.



Hinter jeder Biegung öffnet sich die Szenerie, bis sich eine weitere Hügelkuppe in das Blickfeld schiebt. Doch auch der Blick zu Boden lohnt, denn man wandert über den steinigen Pfad, den sogenannten „Famine Track“, der Mitte des 19. Jahrhunderts angelegt wurde. Zu dieser Zeit war die Buchtregion das am dichtesten besiedelte Gebiet Europas. Nach einer katastrophalen Hungersnot, bedingt durch die vernichtete Ernte, die in drei aufeinanderfolgenden Jahren der Kartoffelfäule zum Opfer fiel, dezimierte sich die Zahl jedoch dramatisch: eine Million Menschen in ganz Irland starben, drei Millionen Iren wanderten nach Übersee aus. Die übrigen suchten einen Weg aus ihrer Misere: die englischen Grundbesitzer versorgten sie mit Nahrung, die sich die Einheimischen jedoch mit körperlicher Arbeit verdienen mussten. So ließ man sie eine Straße anlegen, die ins Nichts führt.



MacCloskey und Hughes erweisen sich als aufmerksame Reiseleiter, stets für Fragen offen – vor allem aber scheuen sie keine Mühen, um das Wohlbefinden der Gäste sicherzustellen. Als nach vier Stunden eine Rast eingelegt wird, wird offenbar, was Hughes bergauf und talab in seinem gewaltigen Rucksack mit sich getragen hat: eine Weinflasche, eine zweite, dritte, vierte, sechs insgesamt, zwei ganze Lachsseiten (deren Scheiben nonchalant auf die Hand serviert werden), frische Erdbeeren, Joghurt, Sandwiches und Schokolade. So thront man hoch über dem Meeresarm, lässt sich den frischen Lachs schmecken und sich von der Grazie des leuchtend grünen Bergpanorama gefangen nehmen, um gestärkt den Rest des Weges anzutreten.



Mit dem Bus geht es anschließend nach Cleggan, einem kleinen Fischerhafen, Anlegeplatz für die Fähre nach Inish Bofin. Kaum ist der erste Schritt an Bord getan, werden die ersten Champagnerflaschen entkorkt, und Gläser mit der eiskalten Erfrischung gereicht, die den Teilnehmern die einstündige Fahrt nach Bofin entscheidend verkürzt. Den Abend lässt man schließlich auf Inish Bofin nach einem guten Essen bei Guiness, Fußball und Gesang ausklingen.


Karte

Killary Harbour ist der einzige Fjord Irlands, ca 15km lang. Er liegt an der Grenze der County Galway und County Mayo. In den Fjord, der im Norden Connemara beendet, mündet der Erriff River, der kurz vorher die Aasleagh Falls herunterstürzt. Bekannt ist auch der am Fjord gelegene Ort Leenaun, der die Filmkulisse für den Film „The Field“ mit Richard Harris bildete.